Wettbewerb

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Adressangabe zur Teilnahme am Wettbewerb:

 

 

Allgemein



Der Ziegen-Steckbrief
In unserem Steckbrieffinden Sie einige Zahlen und Fakten über Ziegen, ihre Zucht und ihre Produkte im Überblick. Die Angaben werden immer mal wieder ergänzt.

ZiegenZiegenzuchtZiegenfutterZiegenprodukte
Gattung: Säugetiere -> Paarhufer -> Wiederkäuer -> Hornträger -> Capra
Vorfahren: Bezoarziege, Markhornziege und Alpensteinbock
Tierzahl: rund 920 Millionen Ziegen weltweit (Stand 2011)
Ziegenrassen: rund 1200 weltweit
Lebensdauer: 10-15 Jahre, vereinzelt bis 20 Jahre
Nutzungdauer: 4-8 Jahre
Zuchtreife: ab 8 Monate, mind. 35 kg Lebendgewicht
Erstlammalter: 13-15 Monate
Hauptdeckzeit: September - November
Brunstdauer und -zyklus: alle 21 Tage für rund 24 Stunden
Trächtigkeitsdauer: 5 Monate (146-152 Tage)
Anzahl Lämmer: 1.6
Aufzuchtverluste: 7-10%
Ziegen pro Bock: 1:20 bis 1:40
Futtermenge: 2,0 kg TM / Tag
Heubedarf: rund 500 kg / Jahr
Wasserbedarf: 4 - 10 l / Tag
Weideland: 13 Ziegen mit Nachwuchs / Hektare
Milchleistung: 500-1000 kg
Laktationslänge: 250-290 Tage
Fett- und Eiweissanteil der Milch: 3,4-3,8 % Fett, 2,9-3,4 % Eiweiss
Schlacht-/Verkaufsalter (Lämmer): 3 bis 4 Monate
Wollmenge (Angora- und Kaschmirziegen): bis 5 Kg Mohair, bis 0.6 kg Kaschmirwolle






Mehr Ziegen - weniger Ziegenhalter

Der Ziegenbestand ist in der Schweiz in den letzten Jahren um 20'000 auf gut 79'000 Tiere gestiegen. Demgegenüber hat die Zahl der Ziegenhalter zwischen 1999 und 2007 um rund 10% abgenommen. 6'638 Betriebe sind noch registriert. Im Durchschnitt steigt damit die Zahl der Tiere pro Betrieb. Die Haltung in Kleingruppen prägt aber nach wie vor das Bild. Über die Hälfte der Betriebe hat weniger als 5 Ziegen. Und nur rund jeder 10. Betrieb verfügt über mehr als 25 Tiere. Generell rar sind Ziegenböcke. Sie kommen mit rund 2'700 Exemplaren auf lediglich 3,5 Prozent des Gesamtbestandes.
Dreiviertel des Schweizer Ziegenbestandes ist im Berggebiet anzutreffen. Mit 14'000 Tieren lebten 2007 am meisten Ziegen im Kanton Bern. Dahinter folgten das Tessin mit rund 12'000 und das Bündnerland mit rund 10'000 Ziegen.
Knapp die Hälfte der Ziegen in der Schweiz wird für die Milchproduktion gehalten, wobei schätzungsweise nur rund die Hälfte der Milch zu Lebensmittel verwertet wird. Die Käseproduktion hat sich in den letzten acht Jahren fast verdoppelt (vgl. unten). Hingegen konnten sich andere Produkte aus Ziegenmilch (Konsummilch, Joghurt, Quark) bislang nur beschränkt durchsetzen. Ihr Anteil an der verwerteten Milchmenge liegt unter fünf Prozent. Quellen: LID, ALP, BfS
Und noch einen Blick rund um den "Ziegen-Globus": Über 90 Prozent der rund 750'000 Ziegen auf dieser Welt leben in Asien und Afrika. Das Land mit den meisten Ziegen ist China mit rund 180 Mio. Tieren. Die meisten Ziegen pro Kopf sind jedoch in der Mongolei zu finden. Hier kommen drei Ziegen auf einen Einwohner! Zum Vergleich: In der Schweiz kommen 100 Einwohner auf eine Ziege.
In der EU werden rund 12 Mio. Ziegen gehalten. Beinahe jede zweite Ziege lebt in Griechenland (rund 5 Mio). Weitere Ziegenhochburgen sind Spanien, Frankreich und Italien.





Rassenvielfalt trotz Reduktion

Die Standards für die 10 anerkannten Schweizer Ziegenrassen legte man erst vor rund 70 Jahren fest. Alle vorhandenen Ziegen wurden diesen Rassen zugeteilt. Zuvor hatte jede Region ihre eigene Ziege gezüchtet. Die Zahl der Rassen ging damit rapide zurück.
Aber auch mit den 10 verbliebenen Rassen ist die Schweiz noch gut bestückt: In den USA gibt es gerade einmal 3 einheimische Ziegenrassen. Neben einmaligen Einschnitten in die Rassenvielfalt wie in der Schweiz trägt auch die technische Entwicklung zum weltweiten Rückgang der Nutztierrassen bei. Rassen verschwinden, da heute der männlichen Samen in alle Welt transportiert werden kann. Wer leistungsfähige Tiere sucht, muss nicht mehr unbedingt auf einheimische Rassen zurückgreifen.





Liebenswerte Meckerer

Ziegen haben einen eigenen Charakter. Ihn zu umschreiben, ist nicht einfach. Auf der Webseite www.ziegenhof-heidesee.de findet sich ein wunderbarer Versuch von Christine Pilz:

"Ziegen meckern immer. Ziegen sind den ganzen Tag damit beschäftigt, den Ziegenhalter auszutricksen. Sie gehen z.B. immer nach links, weil sie das so sollen, und nutzen jede Gelegenheit, bei der kleinsten Unaufmerksamkeit nach rechts zu gehen. Sie überlegen ständig, wie sie Zäune überwinden, Türen öffnen oder überhaupt ausbüchsen können. Sie brechen aus, kommen „artig“ zurück, um erneut auszubrechen. Sie lernen schnell, aber nur damit sie es beim zehnten Mal ganz anders machen können. Dabei grinsen sie noch „frech“. Sie kommen gerne, wenn sie gerufen werden, aber nur weil sie hoffen, dass gerade etwas „los ist“. Sie sind so neugierig, dass sie neue Gegenstände in unserer Hand aus nächster Nähe betrachten müssen und einen dabei umrennen. Sie fressen nur das, was ihnen schmeckt und das ändert sich dreimal in der Minute. Sie finden das, was man ihnen als bestes Futter anbietet, nie gut genug. Sie sind streitsüchtig und neiden allen Nachbarn Futter, Platz, Sonnenstrahlen, Nachwuchs und Rang. Sie sind sich aber alle einig, wenn sie etwas machen können, was sie nicht sollen. Sie können in harmonischer Einigkeit Obstbäume in sekundenschnelle niedermachen. Jede will Erste sein. Entweder ist eine Ziege in der Spitzengruppe, dann macht sie gut mit, oder gar nicht. Auf Regen haben Ziegen keine Lust, da ihnen das Gras an den Beinen zu nass ist. Also suchen sie sich eine trockene Stelle, fressen nicht und geben nur noch die Hälfte der Milch. Ziegen sind einfach tolle Tiere und wer erst einmal damit anfängt und das passende Temperament hat kommt nicht mehr von ihnen los."





Dank Ziegen weniger Zecken

Zecken sind für Menschen gefährlich. Die kleinen Blutsauger können mit ihrem Biss die heimtückische Borreliose übertragen. Diese Krankheit schädigt das Nervensystem und verursacht Gelenkbeschwerden. Wissenschafter fanden im Auftrag der Landsstiftung Baden-Württemberg folgendes heraus: Wo Ziegen und andere Wiederkäuer grasen, gibt es etwa zehn mal weniger Zecken. Durch die Beweidung verlieren die Zecken den Schutz und vor allem auch die bevorzugte Luftfeuchte. Die Wissenschaftler haben zudem herausgefunden, dass es nicht nur weniger der kleinen Blutsauger gibt. Die Zecken sind auf beweidetem Gebiet auch fünfmal seltener mit den gefährlichen Borreliose-Erregern infiziert. Denn die Ziegen nehmen die Bakterien nicht auf. Die infizierte Zecke verliert sogar ihre Infektion (Quelle: www.dradio.de).
Was in der Studie offenbar nicht steht: Zecken sind auch für Ziegen nicht ungefährlich. So vermögen infizierte Zeckenbisse schmerzhaften Wunden zu verursachen. Sie können zudem verschiedene Krankheiten auslösen, z.B. Lahmheit (Zeckenlähme) oder Fieber (Zeckenfieber).





5 Ziegen = "Grossvieh"

Die Kennzahl der sog. "Grossvieheinheiten" ermöglicht in der Nutztierhaltung den Vergleich von Tierbeständen anhand des Tiergewichts. Sie wird in verschiedenen Bereichen als Indikator für die Nutzungsintensität beigezogen: zum Beispiel für Haltungsbewilligungen, staatliche Beiträge, Nährstoffbedarf oder Immissionsgrenzwerte.
Eine Milchkuh entspricht einer Grossvieheinheit. Damit auch kleinere Tierarten erfasst werden können, wurden Umrechnungsfaktoren festgelegt: im Bundesrecht der Schweiz bilden gemolkene Ziegen jeweils 0.2 Einheiten, andere Ziegen über 1-jährig jeweils 0.17 Einheiten und Zwergziegen in der Nutztierhaltung jeweils 0.085 Einheiten. Nicht einberechnet werden Jungziegen, die im Faktor der weiblichen Tiere berücksichtigt sind (Verordnung über landwirtschaftliche Begriffe und die Anerkennung von Betriebsformen). In Deutschland und Österreich liegen die Umrechnungswerte nach unserem Kenntnisstand leicht tiefer (vgl. z.B. den Grossvieheinheiten-Rechner KTBL) .





Ziegenmist mit vielen Nährstoffen

Richtig angewendet, ermöglicht verrotteter Stallmist aus dem Ziegenstall eine wirkungsvolle und kostengünstige Pflanzenernäherung. Ziegenmist weist im Vergleich zum Dung anderer Tierarten einen hohen Nährstoffgehalt aus: Stickstoff 0.4%, Phosphor 0.4%, Kalium 1.12%, Kalk 0.73%. Die Anteile an Phosphor, Kalium und Kalk im Ziegenmist sind damit doppelt so hoch wie im Mist von Schafen, Rindern und Pferden. Einzig der Stickstoffgehalt ist beim Schaf- und Pferdemist höher, was aber - je nach Verwendungsart - durchaus auch ein Vorteil sein kann.





Der Ziegen-Kuh-Vergleich

Milchziegen verfügen über ein enormes Leistungspotential. Dies zeigt der Vergleich mit Kühen: Ziegen geben pro Kilogramm Körpergewicht rund 50 Prozent mehr Milch!

Eine Durchschnittsziege gibt 14.8 Liter Milch pro Kg/Jahr, eine Kuh dagegen lediglich 10.3 Liter. Bei den Hochleistungsziegen wird der Unterschied gar noch leicht grösser. Eine Ziege gibt dort 21.4 Liter pro Kg/Jahr, eine Kuh 13.7 Liter. Quelle: www.felixjordiag.ch





18 Kilogramm Futter ergibt 1 Kilogramm Ziegenkäse

Für 1 Kilogramm Käse muss eine Ziege 18 Kilogramm Futter fressen. Dieser beachtliche Wert lässt sich wie folgt errechnen:

- Eine Ziege gibt pro Tag rund drei Liter Milch.
- Sie frisst dafür pro Tag rund sechs Kilogramm Futter.
- 18 Kilogramm Futter ergeben somit rund 10 Kilogramm Milch.
- 10 Kilogramm Milch werden benötigt für 1 Kilogramm Käse.

Selbstverständlich handelt es sich hierbei nur um ungefähre Angaben. Sie zeigen aber anschaulich das Mengenverhältnis zwischen Futter, Milch und Käse.