Kupferhalsziege



Vor wenigen Jahren stiess ProSpecieRara auf die seltenen Ziegen. Sie sind wie eine Walliser Schwarzhalsziege gezeichnet. Ihre vordere Körperhälfte ist jedoch nicht schwarz, sondern kupferrot. ProSpecieRara gab dem hellen Schlag den Namen „Kupferhalsziege“.

Opfer einer Fehleinschätzung

Die Kupferhalsziegen wurden lange Zeit der Schwarzhalsziegen-Rasse zugerechnet. Die roten Tiere passten jedoch nicht ins Muster des offiziellen Rassestandards und hatten daher keine Chance auf Aufnahme ins Zuchtbuch. Die vermeintlich falsch gefärbten Tiere waren somit für Züchter uninteressant und landeten bereits als Gitzi beim Metzger. Nur einige wenige Tierhalter haben bis heute die roten Tiere aus reiner Liebhaberei weitergezüchtet.

 

Im letzten Moment entdeckt

ProSpecieRara setzt sich für die Rettung der seltenen Ziegen ein, denn mit der konsequenten Ausselektion der Kupferhalsziegen, wie sie über viele Jahrzehnte praktiziert wurde, ist deren Aussterben unvermeidlich. Seit Projektbeginn 2006 konnten nach und nach Tiere ausfindig gemacht und der Aufbau der Zucht eingeleitet werden. Im Herbst 2013 wurde erstmals die 200er Grenze überschritten und auf Schweizer Boden konnten bei den Kupferhälsen 70 Böcke und 136 Geissen gezählt werden. Damit gilt die Rasse aber noch immer als akut gefährdet. Jede neu Züchterin und jeder neue Züchter ist wichtig und willkommen.

 

Italienische Vorfahren

Die Kupferhalsziege ist nah verwandt mit der Walliser Schwarzhalsziege. Sie weist mit ihrer Kupferfarbe auf die gemeinsamen Vorfahren, die Kupferziegen hin. Die heute ausgestorbene italienische Kupferziege lässt sich aufgrund historischer Quellen nachweisen. Sie gilt gemäss den Angaben der ProSpecieRara als Urahnin der Walliser Schwarzhalsziege. Und möglicherweise trägt die heutige Kupferhalsziege diese alten Gene mit sich.
 

Gencode soll helfen

ProSpecieRara machte sich zusammen mit dem Tierspital der Universität Bern auf die Suche nach dem genetischen Code der rassetypischen Fellfarbe. Das Auffinden dieses Gens wäre für den Erhalt der Schwarzhalsziegen von besonderem Interesse. Denn mit einem Gentest kann innerhalb der Schwarzhalsziegen-Beständen gezielt nach Tieren gesucht werden, die das Kupferhals-Gen noch in sich tragen. Diese Tiere könnten in das Erhaltungszuchtprojekt integriert werden. Darüber hinaus ist das Auffinden des spezifischen Gens ein weiterer Schritt zur Etablierung einer eigenständigen Rasse.

 

Informationen der ProSpecieRara

Durch ein Anklicken des nebenstehenden Bildes gelangen Sie auf die Internetpräsenz der Stiftung ProSpezieRara. Dort finden Sie weitergehende Informationen zur Kupferhalsziege, zum Erhaltungsprojekt und zur Arbeit der Stiftung allgemein. ProSpecieRara ist eine schweizerische, nicht-Profit-orientierte Stiftung. Sie wurde 1982 gegründet, um gefährdete Nutztierrassen und Kulturpflanzen vor dem Aussterben zu bewahren. Der Schutz und die Erhaltung der natürlichen Vielfalt ist unverzichtbar für die Nahrungsmittelsicherheit der Zukunft. Denn jede verlorenen Sorte oder Rasse bedeutet auch den Verlust von Genmaterial und schmälert die Ausgangslage für neue Züchtungen.
 

Kupferhalsziegen - der Film

ProSpecieRara hat einen eindrücklichen Film über Ihre Aktivitäten und die ersten Erfolge zum Schutz der Kupferhalsziege bei YouTube eingestellt:


  

Kupferhalsziegen im Schweizer Fernsehen

In der Sendung "Schweiz Aktuell "im Schweizer Fernsehen vom 22. Dezember 2008 wurde über das Projekt und den Zwischenstand der Untersuchungen berichtet. Hier können Sie sich den interessanten Beitrag ansehen.